Die Spezialambulanz für Angsterkrankungen in Berlin

führt Therapie der Panikstörung und Agoraphobie durch. Dadurch werden Panikattacken und Platzangst mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt, die in Einzel- und Gruppen-Therapie zur Behandlung der Panikstörung in Berlin stattfinden.

Die Therapie der Panikstörung

ist wirksam bei der Angst-Reduktion. Expositionstherapie bzw. auch Konfrontationstherapie lokal in Berlin ist dabei ein wichtiges Behandlungs-Element. Der Patient lernt, mit Angst und Panik besser umzugehen und die körperlichen Symptome von Panikattacken richtig zu interpretieren.

Richtig und rechtzeitig behandelt, haben Menschen mit einer Panikstörung mit Agoraphobie eine gute Prognose für ein erfolgreiches Therapie-Ergebnis. Sie lernen, aus dem Teufelskreis der Angst, dem Aufschaukeln von Panik-Gedanken und Panik-Körpersymptomen, auszubrechen, den Einfluss von Stress auf Angst zu verstehen und Strategien zur Angst- und Anspannungs-Reduktion einzusetzen.

Behandlung | Psychotherapie

Panik Behandlung Menschenmasse

Kognitive Verhaltenstherapie

In der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass bestimmte biologische Faktoren und manche belastenden Lebenserfahrungen ein Individuum verletzlich machen können, eine Angststörung zu entwickeln. Kommt zu dieser erhöhten Empfindlichkeit akuter oder länger anhaltender (psychischer oder körperlicher) Stress hinzu, kann so eine Angstreaktion ausgelöst werden. Zusätzlich entwickelt sich im Verlauf eine so genannte "Angst vor der Angst" (Erwartungsangst oder antizipatorische Angst), die dazu führen kann, dass angstassoziierte Situationen (z.B. bei der Agoraphobie, der Sozialen Phobie oder den spezifischen Phobien), Körperempfindungen (z.B. Herzrasen bei der Panikstörung) oder Gedanken (z.B. sorgenbezogene Themen bei der Generalisierten Angststörung) vermieden werden. In der Therapie werden deshalb Angst-Verhalten, körperliche Reaktionen während der Angst und ängstigende Gedanken genau analysiert, um individuelle Angstmechanismen besser verstehen und in der Folge verändern zu können (kognitiver Teil der Therapie).

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Kernstück der Therapie ist es jedoch, sich angstbesetzten und bisher vermiedenen Situationen, Empfindungen und Gedanken erneut auszusetzen (Expositionstraining, siehe unten) und in diesen Situationen zu lernen, dass im Rahmen dieses Prozesses die Angst von selbst nachlässt bzw. befürchtete Katastrophen nicht eintreten. Die Verhaltenstherapie ist ein sogenanntes Richtlinienverfahren und wird deshalb durch gesetzliche und private Krankenkassen finanziert.

Inhalte der kognitiven Verhaltenstherapie sind:

  • Informationen über Funktionen von Angst
  • Analyse individueller Entstehungsbedingungen und der Aufschaukelung von Angstanfällen.
  • Die Rolle von Vermeidungsverhalten, Identifikation von individuellem Vermeidungsverhalten
  • Prinzipien der in-vivo Expositions-Therapie, Vorbereitung auf Expositionstherapie
  • die Rolle von Stress bei Angststörungen
  • Erarbeitung von kurzfristigen und langfristigen Stressbewältigungsstrategien
  • Identifikation von Angst-verursachenden und Angst-verstärkenden Gedanken
  • Vermittlung von kognitiven Techniken, um „logische Fehler und fehlerhafte Gedanken“ als Auslöser für Angst zu erkennen und zu beseitigen

Expositionstraining (Konfrontation)

Unter Expositionstraining versteht man die Konfrontation mit angstauslösenden körperlichen Symptomen (interozeptive Exposition) und mit angstauslösenden Situationen. Bei letzterem unterscheidet man in-vivo und in-sensu Konfronationsmethoden. Bei der Konfrontation in-sensu stellt sich der Patient die Angst-auslösenden Situationen in Gedanken vor, während er sich in einem entspannten Zustand befindet. Bei der in-vivo-Konfrontation hingegen wird die angstauslösende Situation real aufgesucht. Es existieren sowohl (i) gestufte Verfahren, bei denen der Patient die am wenigsten ängstigende Situation als erstes aufsucht, und sich dann Schritt für Schritt stärker Angst-auslösenden Situationen nähert (Systematische Desensibilisierung) oder (ii) Methoden, bei denen das Expositionstraining mit der maximal Angst-auslösenden Situation beginnt (Flooding). Dabei ist die In-vivo-Konfrontation nach dem Flooding-Prinzip anderen Techniken leicht überlegen (Quelle: Marks, 1987)

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Grundsätzlich gilt, dass der Patient und gegebenenfalls der Therapeut sich während des Expositionstrainings an den jeweiligen Expositionsort begeben, an dem sie so lange bleiben, bis bei dem Patienten die Angst vollständig abgeklungen ist. Das kann bei den individuellen Patienten unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Therapeut unterstützt den Patienten darin, die Situation aufzusuchen, in der Situation zu bleiben und keine Vermeidungsstrategien anzuwenden. Vermeidungsverhalten (z.B. sich ablenken, Musik hören, die Situation verlassen) kann die Angst zwar kurzfristig lindern, führt jedoch langfristig zur Aufrechterhaltung der Angst. Aus diesem Grunde wird der Patient während der Therapie darin unterstützt, sich seiner Angst zu stellen und sich in voller Stärke auf sie einzulassen, um zu erleben, dass die Angst ungefährlich ist und mit der Zeit ganz von allein nachlässt. Die biologischen Mechanismen, die dem therapeutischen Effekt von Expositionstherapie unterliegen, sind bisher noch nicht gänzlich verstanden. Sie werden jedoch mit der „Auslöschung“ (Extinktion) gelernter Furcht durch Konfrontation mit den furcht-auslösenden Hinweisreizen bzw. mit einer Gewöhnung (Habituation) an die furcht-auslösenden Situationen in Verbindung gebracht. Deshalb ist es wichtig, die angstauslösende Situation so lebensnah wie möglich zu erleben. Unter einer adäquat durchgeführten Expositionstherapie kommt es in aller Regel zu einer deutlichen Rückbildung des Vermeidungsverhaltens.

 

 

Andere Psychotherapeutische Verfahren

Die im weiteren kurz vorgestellten Psychotherapieverfahren sind bisher wissenschaftlich nicht gut untersucht und weisen in der Regel kein Angst-spezifisches Behandlungskonzept auf. Daher lässt sich nicht sagen, wie wirksam sie in der Behandlung der Panikstörung wirklich sind. Wenn eine professionell durchgeführte verhaltenstherapeutische Behandlung (inklusive Expositionstherapie) jedoch nicht zu einer ausreichenden Besserung der Symptomatik geführt hat, kann es durchaus sinnvoll sein, im individuellen Fall zusätzlich oder anschließend eine andere Form der Psychotherapie durchzuführen. Zu folgenden Verfahren bieten wir in unserer Spezialambulanz keine Therapien an, helfen jedoch gerne bei der Suche nach entsprechenden Angeboten.

Psychoanalyse und Tiefenpsychologie

In der psychoanalytischen Therapie geht man davon aus, dass Panikattacken auf unbewusste Ängste, Konflikte oder verdrängte Gefühle und Kindheitserfahrungen zurück zu führen sind, welche aufgrund aktuell auslösender Bedingungen nicht mehr verdrängt werden können. Ansatzpunkt der Therapie ist also weniger das Symptom der Angst an sich, sondern z.B. die Auflösung unbewusster Konflikte, deren Ursprung sehr weit zurückliegen kann. In der Beziehung zum Therapeuten findet eine Exposition mit verdrängten Emotionen, irrationalen Überzeugungen statt, die eine emotional korrigierende Erfahrung ermöglichen soll. Bei einer klassischen Psychoanalyse liegt der Patient auf einer Liege, während der Therapeut am Kopfende sitzt und das deutet, was der Patient ihm während seiner „freien Assoziation“ mitteilt. Die Therapie kann bis zu mehreren hundert Stunden andauern und findet in der Regel mehrmals wöchentlich statt. Bei der aus der Psychoanalyse entwickelten Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie handelt es sich um eine kürzere Therapieform, bei der der Patient dem Therapeuten gegenübersitzt. Beide Therapieformen werden von den Krankenkassen bezahlt.

Gesprächspsychotherapie

In der Gesprächstherapie nach Carl Rogers wird davon ausgegangen, dass Ängste primär dadurch entstehen, dass bestimmte Gefühle und Erfahrungen nicht wahrgenommen und gelebt werden. Diese Gefühle und Erfahrungen werden vom Patienten nicht gesehen oder ausgedrückt, da sie nicht in das Selbstkonzept des Patienten passen. Eine Grundannahme der Gesprächstherapie ist, dass jeder Mensch ein Bedürfnis nach Selbstentwicklung und Heilung in sich trägt. Deshalb spiegelt der Therapeut, auf empathische (einfühlsame) Weise, was der Patient ihm erzählt. Er gestaltet den Therapieprozess „non-direktiv“ und „personenzentriert“. Das heisst, dass er den Patienten seinen Weg selber finden lässt, ohne direktiv auf ihn einzuwirken.

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Der Therapeut versucht meist zu erfassen, welche Gefühle der Patient ausdrückt, aber er gibt keine Ratschläge, wie sich der Patient verhalten sollte und gibt keine Themen vor. Vereinfacht kann man sagen, der Gesprächspsychotherapeut „behandelt“ den Patienten, indem er ihm wertschätzend und verstehend widerspiegelt, was dieser ihm von sich erzählt. Dies bewirkt, dass sich auch der Patient selbst besser versteht und wertschätzender annimmt. Die Therapie findet normalerweise 1 mal wöchentlich für eine Stunde statt. Je nach Schwere der Erkrankung dauert die Behandlung ca. 40-80 Sitzungen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind derzeit nicht verpflichtet, Gesprächspsychotherapien zu bezahlen.

Gestalttherapie

In der Gestalttherapie geht man davon aus, dass innerpsychische Konflikte zu einer „unvollständigen Gestalt“ führen. Darunter versteht man, dass z.B. wichtige Sachverhalte nicht vollständig wahrgenommen oder Gefühle verdrängt werden. Ziel dieser Therapiemethode ist, dass der Mensch sein Leben selbstverantwortlich, so lebendig und so stimmig mit sich selbst wie möglich wieder oder neu gestalten kann. Zugang zu einer ganzheitlichen Gestalt kann der Patient zum Beispiel über Körperübungen gewinnen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Therapieformen kann der Therapeut seine eigenen Gefühle, Wahrnehmungen und Interpretationen in den therapeutischen Dialog mit einbringen. Andere Methoden wurden der Psychodramatherapie entlehnt, wie z.B. die Methode des leeren Stuhles. Auf diesem leeren Stuhl kann der Patient wichtige Personen aus seinem jetzigen oder vergangenen Leben Platz nehmen lassen (z. B. Partner/-in) und sie direkt ansprechen bzw. über Rollentausch sich auch mit ihnen identifizieren.

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Darüber hinaus bieten solche Methoden eine Möglichkeit, unterschiedliche innere Stimmen, die miteinander in Konflikt stehen, miteinander in Dialog treten zu lassen. Konflikte aus der Vergangenheit werden ins Hier und Jetzt geholt. Zusammen mit dem Patienten erarbeitet der Therapeut individuelle Ziele des Patienten und ein individuelles Methodenrepertoire zur Zielerreichung. Es kann sich dabei zum Beispiel um körpertherapeutische, kunst-, oder musiktherapeutische Übungen sowie Methoden aus der Dramatherapie handeln. Heilung erfährt der Patient durch Sinnerfahrung, korrigierende emotionale Erfahrungen, Persönlichkeitsentfaltung und Solidaritätserfahrung im Kontakt zum Therapeuten oder gegebenenfalls anderen Gruppenmitgliedern. In der Regel werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen.

Systemische Therapie

Welche Funktion hat ein (scheinbar) krankes Verhalten in dem Lebensumfeld des Betroffenen? Individuelle Symptome werden als Ergebnis von krankheitserzeugenden und –aufrechterhaltenden Beziehungsmustern im Kontext der wichtigen Bezugspersonen (Familie, Arbeit, wichtige Freunde etc.) gesehen. Der Patient ist in diesem Sinne der Symptomträger eines dysfunktionalen Systems. Diese Personen werden deshalb nach Möglichkeit in den therapeutischen Prozess mit einbezogen. Es stehen aber auch geeignete Methoden für die Durchführung von systemischer Einzeltherapie und systemischer Paartherapie zur Verfügung. Die Therapie ist Erlebnis-, Ressourcen- und Lösungs-orientiert.

Atemtherapie

In einem Prozess der Selbsterfahrung wird der Betroffene an seinen eigenen Atemrhythmus herangeführt. In der bewussten Wahrnehmung entwickelt sich der Atem zu einer Kraftquelle. Körperbereiche, die bislang ihrer Wahrnehmung entzogen waren, werden wiederbelebt. Blockaden und Verspannungen werden deutlich und können sich lösen; die Seele bekommt Raum. Durch die Arbeit am Atem gewinnt der Patient allmählich Vertrauen in den eigenen Körper wieder, Beschwerden werden gelindert. Die Therapie verläuft streckenweise non-verbal, in einem Dialog zwischen den Händen des Therapeuten (oder der Therapeutin) und dem Körper des Hilfe-Suchenden.

Entspannungstechniken und Sport

Entspannungstechniken dienen im Rahmen der Angstbehandlung insbesondere zur Herabsetzung des Stress- und Anspannungsniveaus. Zu den bekanntesten Entspannungsverfahren gehören die Progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen (PMR) und das Autogene Training. Diese werden häufig in Kliniken eingesetzt, können aber z.B. auch an Volkshochschulen erlernt werden. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt. Es existieren jedoch viele weitere Entspannungsmethoden bzw. meditative Techniken, insbesondere aus dem asiatischen Raum, die auf ähnliche Weise wirken und bei denen daher ein vergleichbar entspannender Effekt erwartet werden kann.



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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Charité-Universitätsmedizin Berlin
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